In der Ausbildung wird oft erwartet, dass man von Anfang an funktioniert: Dass man also Leistung bringt, Ziele hat und genau weiss, wohin der Weg führt. In der Realität verläuft dieser Weg jedoch selten geradlinig. Manche finden sich schnell zurecht – andere brauchen Zeit, machen Fehler oder zweifeln zwischendurch an sich selbst. Ich habe gelernt, dass genau das ebenfalls Teil der Entwicklung ist.
Mich hat lange die Frage beschäftigt, ob ich «genug gut» bin. Besonders in Momenten, in denen etwas nicht auf Anhieb funktioniert hat oder Kritik im Raum stand. Solche Situationen können verunsichern und schnell das Gefühl auslösen, nicht zu genügen. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass man gerade in diesen Phasen am meisten lernen kann – vorausgesetzt, man bleibt dran.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Unterstützung im Betrieb. Für mich persönlich war ein betrieblicher Mentor mit eidgenössischem Fachausweis in Ausbildung eine zentrale Bezugsperson. Jemand, der nicht nur auf Fehler hinweist, sondern Zusammenhänge erklärt, zuhört und Wege aufzeigt, wie man sich verbessern kann. Diese Art von Begleitung schafft Vertrauen und Orientierung – besonders dann, wenn man selbst noch unsicher ist.
Ich bin überzeugt, dass es keine Schwäche ist, Hilfe anzunehmen. Im Gegenteil: Es ist ein Schritt, der Entwicklung überhaupt erst möglich macht. Nicht jeder Lernende braucht das Gleiche – manche brauchen mehr Struktur, andere mehr Freiraum. Entscheidend ist, dass man ernst genommen wird und die Chance erhält, sich weiterzuentwickeln.
«Es ist keine Schwäche, Hilfe anzunehmen.»
Rückblickend bin ich dankbar für Menschen, die nicht nur beurteilen, sondern begleiten. Oft sind es genau diese Personen, die einen Unterschied machen – manchmal auch mehr, als ihnen selbst bewusst ist.
Heute sehe ich vieles klarer. Es geht nicht darum, von Anfang an alles zu können oder den perfekten Plan zu haben. Viel wichtiger ist die Bereitschaft dazuzulernen, Verantwortung zu übernehmen und seinen eigenen Weg zu finden. Denn am Ende macht nicht Perfektion den Unterschied – sondern die Möglichkeit, sich entwickeln zu können.