Knapp 30 Jahre war die Fachstelle für Statistik im Volkswirtschaftsdepartement eine zentrale Anlaufstelle für verlässliche Zahlen, Fakten und Analysen im Kanton St.Gallen. Sie hat Entwicklungen sichtbar gemacht, Strukturen erklärt und die Entscheidungsgrundlagen für Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit gestärkt. Doch die Anforderungen an Staat und Verwaltung verändern sich stetig: In einer Zeit, in der Daten exponentiell wachsen und neue Technologien wie künstliche Intelligenz das Verwaltungshandeln prägen, reicht es nicht mehr aus, reine Statistiken bereitzustellen. Die strategische Nutzung von Daten wird zunehmend zu einem zentralen Erfolgsfaktor für staatliches Handeln.
Das neue Amt versteht seine Rolle als Brückenbauer: Es unterstützt Verwaltung, Gemeinden und die Öffentlichkeit, datenbasierte Entscheidungen zu treffen sowie
digitale Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig steht der Dialog mit und der Service für Bevölkerung, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien weiterhin im Zentrum.
Daten als strategische Ressource
Mit der Gründung des Amts für Daten und Statistik vollzieht der Kanton St.Gallen eine klaren strategischen Entwicklungsschritt. Ziel ist es, die Potenziale von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz gezielt zu nutzen. Künftig werden alle Datenprozesse ausserhalb der IT beim Amt für Daten und Statistik unter einem Dach gebündelt. Zugleich werden Kompetenzen in den Bereichen Datenmanagement,
Datensicherheit und innovative Datenanwendungen gestärkt.
Nutzen für Gemeinden und Bevölkerung
Die Gemeinden profitieren künftig von einheitlichen Standards, besserer Datenverfügbarkeit und zentraler fachlicher Unterstützung. Statt vieler isolierter Lösungen entstehen vernetzte Strukturen, die Prozesse vereinfachen und Ressourcen sparen. Für die Bevölkerung entstehen auf lange Sicht verständlichere, verlässlichere und aktuellere Informationen als Grundlage für politische und gesellschaftliche Entscheide.
R – Schweizer Taschenmesser für Datenanalysen
Die Programmiersprache R bildet das Rückgrat der modernisierten IT-Infrastruktur des neuen Amtes. Mit ihrer Vielseitigkeit stellt sie alle nötigen Werkzeuge bereit, um Daten effizient zu verarbeiten, zu analysieren und anschaulich zu visualisieren. Ursprünglich für statistische Zwecke entwickelt, ist R als Allzweckwerkzeug in Wissenschaft, Verwaltung und zunehmend auch in der Wirtschaft etabliert, um komplexe Analysen, automatisierte Berichte und innovative Datenmodelle effizient umzusetzen. Die hohe Flexibilität und Transparenz machen R zur idealen Basis für eine moderne, sichere und zukunftsfähige Datenverarbeitung im Kanton.
Das neue Amt leistet fachliche Unterstützung und fördert digitale Kompetenzen – zum Beispiel durch Kursangebote und Kooperationen mit Hochschulen. Gleichzeitig trägt es zur Entwicklung interkantonaler Lösungen bei und engagiert sich in nationalen Gremien. Das übergeordnete Ziel bleibt dabei stets: Daten und Statistiken nicht im Silo, sondern gemeinschaftlich nutzbar machen. Das neue Amt baut auf dem bewährten Team auf – unter Leitung von Jan Wunder – und erhält dabei eine gestärkte Organisationsstruktur. Somit stehen Kontinuität und Expertise für den erfolgreichen Übergang und die künftige Entwicklung.
«Wir verstehen uns als Wegbereiter – wir schaffen die Bedingungen, damit Daten und Statistiken für alle sicher und verantwortungsvoll nutzbar werden.»
Die nächste Stufe der Statistik
Die kantonale Statistik ist im Aufbruch: Die Umwandlung der Fachstelle für Statistik in das Amt für Daten und Statistik ist eine wichtige Investition in die Zukunftsfähigkeit des Kantons. Sie schafft eine zentrale, kompetente Anlaufstelle für alle Datenfragen, fördert datenbasierte Innovation, steigert die Effizienz und legt die Basis für eine moderne, transparente Verwaltung. So können Verwaltung, Gemeinden und Gesellschaft gemeinsam die Herausforderungen der digitalen Zukunft meistern – offen für Partnerschaften auf allen Staatsebenen, Fortschritt und den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Daten.