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Was macht eigentlich …

… René Hungerbühler, ehemaliger Leiter des Asyl- und Ausländerbereichs im Migrationsamt?

Notiert: René Hungerbühler

Hungerbuehler 003

Wer sich in den letzten Jahrzehnten im Kanton St. Gallen oder darüber hinaus mit Migration beschäftigt hat, kam wohl immer wieder mit mir in Kontakt. Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg waren das Asylwesen und der Ausländerbereich im Kanton St. Gallen meine Leidenschaft. Heute bin ich zwar offiziell pensioniert, doch von einem vollständigen Rückzug nach meiner Pensionierung ins Privatleben kann noch keine Rede sein.

Meine Laufbahn begann 1982 bei der damaligen Fremdenpolizei. Damals steckte die Abteilung noch in den Kinderschuhen – am Anfang war ich allein für den Asylbereich verantwortlich. Die Aufgaben waren vielseitig: Entwicklung und Umsetzung von Asylverfahren, Regelungen zur Unterbringung und zum Aufenthalt von Asylsuchenden, Integrationsmassnahmen sowie Wegweisungen und deren Vollzug. Dann war ich auch verantwortlich für die Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht. Mit den steigenden Asylgesuchen wurden im Laufe der Jahre mehrere Asylzentren geschaffen, die zum Teil heute noch bestehen.

Mit den steigenden Migrationszahlen in den 1990er- und 2000er-Jahren vergrösserte sich auch die Asylabteilung. Aus einer Einzelstelle wurde eine Organisation mit über hundert Mitarbeitenden. Mehrere Reorganisationen begleiteten mich bei der Tätigkeit. Die Arbeit war anspruchsvoll und herausfordernd und brachte auch Reisen ins Ausland mit sich.

Nach rund 35 Jahren ging ich Ende 2019 – zwei Jahre vorzeitig – in Pension. Doch mein Abschied aus dem öffentlichen Dienst war damit nicht besiegelt. Noch vor meiner Pensionierung wurde ich als nebenamtlicher Richter ans Kreisgericht St. Gallen gewählt, wo ich neun Jahre tätig war. 2025 legte ich das Richteramt nieder und schloss damit ein weiteres Kapitel meines Berufslebens ab.

Dann – vor allem in der Zeit von Corona – war ich selbstständig in der Beratung von Sportvereinen tätig. Meine langjährige Erfahrung als Präsident des SC Brühl St. Gallen konnte ich so an andere Clubs weitergeben, insbesondere in jener schwierigen Zeit, wo das Clubleben praktisch stillgestanden ist. Zudem war ich beim SC Brühl noch verantwortlich für das Qualitätslabel «Sport-verein-t» mit dem Fokus auf Integration und Krisenintervention.

Heute geniesse ich die Freiheit, dankbar für das Erlebte und offen für das, was noch kommt. Privat geniesse ich nun die gewonnene Zeit mit meiner Familie. Die fünf Enkelkinder halten mich und meine Frau ordentlich auf Trab. Wir verbringen zudem viel Zeit im Tessin und geniessen dort das mediterrane Leben.