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Wenn Mitarbeitende die Experten sind

Immer mit dem Auto zur Arbeit? Das ist je länger, je schwieriger. Gefragt sind heute Alternativen. Taugliche und praktische Lösungen kommen zustande, wenn die Mitarbeitenden sie selbst entwickeln. Das zeigt die Mobilitätsallianz – eine Erfolgsgeschichte.

Patrick Ruggli

Wenn Mitarbeitende die Experten sind

Immer mit dem Auto zur Arbeit? Das ist je länger, je schwieriger. Gefragt sind heute Alternativen. Taugliche und praktische Lösungen kommen zustande, wenn die Mitarbeitenden sie selbst entwickeln. Das zeigt die Mobilitätsallianz – eine Erfolgsgeschichte.

Patrick Ruggli
Immer mit dem Auto zur Arbeit? Das ist je länger, je schwieriger. Gefragt sind heute Alternativen. Taugliche und praktische Lösungen kommen zustande, wenn die Mitarbeitenden sie selbst entwickeln. Das zeigt die Mobilitätsallianz – eine Erfolgsgeschichte.

Mobilität verändert sich dann, wenn diejenigen mitgestalten, die täglich unterwegs sind. Genau hier setzt die Mobilitätsallianz Ostschweiz an. Sie möchte, dass das Auto nicht automatisch das Mittel erster Wahl ist, mit dem man zur Arbeit fährt.

Gemeinsam mit den Kantonen Thurgau und Appenzell Ausserrhoden, dem Tarifverbund Ostwind, 42hacks sowie engagierten Unternehmen entwickeln wir vom Kanton St. Gallen Lösungen für eine nachhaltigere und effizientere Mobilität für die Mitarbeitenden.

Patrick Ruggli

Unser Ziel ist nicht, das Auto zu verbannen. Vielmehr wollen wir den Mitarbeitenden echte Wahlmöglichkeiten bieten und den öffentlichen Verkehr, das Velo, den Fussverkehr und das Auto intelligent miteinander verbinden. Wir als Kanton übernehmen dabei eine wichtige Rolle: Wir vernetzen die beteiligten Akteure, bringen unsere Fachstellen ein und unterstützen dort, wo neue öV-Angebote oder bessere Rahmenbedingungen nötig sind.

Gemeinsam Alternativen finden 

Ein zentrales Element der Arbeit in der Mobilitätsallianz sind Hackathons. Dabei bringen wir Mitarbeitende eines Unternehmens, Fachpersonen und Mobilitätspartner für kurze Zeit an einen Tisch. Die Mitarbeitenden sind für uns die wichtigsten Expertinnen und Experten, denn sie kennen ihren Arbeitsweg, ihre Hürden und ihre Bedürfnisse am besten. Statt Lösungen von oben vorzugeben, entwickeln wir sie in den Hackathons gemeinsam mit den Menschen, die sie später nutzen sollen. Das schafft praxisnahe Ideen, erhöht die Akzeptanz und macht sichtbar, welche Massnahmen im Alltag tatsächlich funktionieren.

Ein Beispiel: Wir haben herausgefunden, dass es Personen gibt, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, weil sie befürchten, in einem Notfall nicht rasch genug in der Kita des Kindes zu sein. Mit dem öffentlichen Verkehr sei das viel zu kompliziert. Die betreffende Firma hat darauf reagiert: Sie hat fünf Autos zur Verfügung gestellt, die allen Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.

Mut zur individuellen Lösung

Wie wirkungsvoll ein Mobilitätsmanagement basierend auf Hackathons ist, zeigt das Beispiel der SFS Group in Heerbrugg. Die Ausgangsfrage war klar: Wie können mehr Mitarbeitende motiviert werden, mit dem öffentlichen Verkehr, dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit zu kommen? Aus den Analysen und Rückmeldungen entstand ein flexibles Mobilitätskonzept mit flexibler öV-Nutzung. Für einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin konnten – statt tagtäglich das Auto zu benützen – flexible Lösungen gefunden werden, zum Beispiel ein Tag Auto benutzen, drei Tage öV, ein Tag Homeoffice. Ergänzt wird eine solche Lösung durch attraktive öV-Angebote, faire Parkplatzgebühren und konkrete Anreize wie dem Bike Day.

Für mich zeigt dieses Projekt sehr deutlich, um was es bei der Mobilitätsallianz geht: Wir schaffen keine theoretischen Konzepte, sondern Lösungen, die gemeinsam entstehen und im Alltag Wirkung entfalten. Davon profitieren die Mitarbeitenden, die Unternehmen und die ganze Region.

Erfolg bei SFS Group Heerbrugg

Seit der Einführung des Mobilitätskonzeptes im September 2025 pendeln neu knapp 450 Personen mit dem öV, dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit. Dies ist durch täglich rund 400 Autos weniger auf dem Firmenparkplatz jeden Tag ersichtlich und mit einem neuen Aussenbereich der Mitarbeiter-Kantine für alle erlebbar. Damit können jährlich bis zu 240 Tonnen CO2 eingespart und die Strassen rund um den Standort spürbar entlastet werden.