«Gemeinsam schwitzen verbindet.»

Plauschsport mit Arbeitskolleginnen und -kollegen über Mittag? Da spürt so mancher wohl schon das Zwicken im Rücken oder die blauen Flecken am Knie. Susanne Wahrenberger hat für den Pfalzbrief das Experiment gewagt und wurde positiv überrascht.

Susanne Wahrenberger, Kommunikation Staatskanzlei
Bild: Thomas Hary

«Gemeinsam schwitzen verbindet.»

Plauschsport mit Arbeitskolleginnen und -kollegen über Mittag? Da spürt so mancher wohl schon das Zwicken im Rücken oder die blauen Flecken am Knie. Susanne Wahrenberger hat für den Pfalzbrief das Experiment gewagt und wurde positiv überrascht.

Susanne Wahrenberger, Kommunikation Staatskanzlei
Bild: Thomas Hary

Ich zögere keine Sekunde, als ich für einen Pfalzbrief-Beitrag zum Mittagssport angefragt werde. Sport ist genau mein Ding! Aber Moment mal: Um welche Sportarten geht es überhaupt? Fussball und Unihockey. Oha. Ich bin zwar sportlich vielseitig unterwegs – aber Ballsport?

Da sind meine Fähigkeiten definitiv beschränkt. Trotzdem melde ich mich für eine Mittagssportlektion an. Vor der Lektion treffe ich Patrik Baumer, Leiter Amt für Sport. Sein Amt hat das Angebot 2007 ins Leben gerufen. Seither treffen sich jeden Mittwoch zwischen vier und zwölf Sportbegeisterte zum Spielen. Meistens in der Turnhalle St. Leonhard gleich gegenüber des Verwaltungsstandorts an der Davidstrasse, im Sommer auch mal draussen auf der Kreuzbleiche.

Mittagssport macht Spass

Es habe auch schwierige Zeiten mit nur wenigen Anmeldungen gegeben, erzählt Patrik Baumer. Da hätten sie schon mal die Badminton-Schläger hervorgeholt, weil es nicht für ein Fussballmatch reichte. Aber das Durchhalten hat sich gelohnt: Aktuell sind etwa 20 Mitarbeitende auf der Teilnehmerliste. Sie – aktuell nur Männer – arbeiten zum Beispiel im Bildungsdepartement, im Finanzdepartement, bei der Gebäudeversicherung, beim Volkswirtschaftsdepartement oder Departement des Innern.

Zwölf von ihnen sind heute dabei. Plus eben ich. Als ich in der Halle eintreffe, wärmen sich einige Mitspieler schon fleissig auf mit Armkreisen oder Waden dehnen. Ich nehme mir vor, mich auch aufzuwärmen, unterhalte mich dann aber doch lieber mit einem Teilnehmer, der schon seit vielen Jahren mit dabei ist. Für ihn sei der Mittagssport eine willkommene Abwechslung zu seinen sonstigen sportlichen Aktivitäten wie Joggen oder Velofahren, sagt er. Zudem bereite das gemeinsame Spiel viel Freude. «Weil es Spass macht!», ist denn auch die häufigste Antwort, als ich andere Teilnehmer frage, warum sie hier sind.

Fairplay ist das höchste Gebot

Die erste halbe Stunde gehört dem Unihockey. Als bei einem meiner ersten Ballkontakte der Ball im gegnerischen Netz landet, bin ich fürs Erste erleichtert. Meine Mitspieler sind sehr fair. Der Ehrgeiz ist bei dem einen oder anderen aber durchaus spürbar. Ob diese Mitspieler im Job auch besonders ehrgeizig sind? 

Wir wechseln zum Fussball. Da sind meine Ballberührungen weniger von Erfolg gekrönt. Innerlich hoffe ich, dass sich meine Mitspieler nicht allzu sehr über mein Unvermögen ärgern. Da erinnere ich mich daran, was Patrik Baumer im Vorgespräch sagte: Im Vordergrund stünden die Freude am Sport und die Kollegialität. Als ich merke, dass der Spielstand tatsächlich eher nebensächlich ist, wage ich ein paar Pässe.

Weil meine Schüsse nicht so präzise sind, wie ich es gerne hätte, legen meine Mitspieler den einen oder anderen Extrasprint ein. Wie steht es eigentlich um die Verletzungsgefahr im Mittagssport? Es wäre ja blöd, würden Mitarbeitende ausfallen, weil sie sich sozusagen geschäftlich verletzt haben. Patrik Baumer hört diese Frage oft. Es habe sich aber schon lange niemand mehr beim Mittagssport verletzt. «Wichtig ist, dass wir alle wieder gesund an den Arbeitsplatz zurückkehren.»

Sport verbindet

Das Abklatschen mit den Mitspielern am Ende der Stunde ist selbstverständlich. «Es verbindet, wenn man gemeinsam schwitzt», sagt Patrik Baumer. Er hat recht und ich muss zugeben: Obwohl es Ballsport war, hat es mir gefallen. Fände der Mittagssport an einem meiner Arbeitstage statt, würde ich mir ernsthaft überlegen, wieder einmal dabei zu sein. Am Tag nach dem Mittagssport meldet sich meine Achillessehne. Beim nächsten Mal würde ich definitiv pflichtbewusster aufwärmen.

Hast du Lust, in dieser Mittagssportgruppe
dabei zu sein?

Schreibe ein Mail an das Sekretariat des Amts für Sport: sport@sg.ch – Du erhältst dann Zugang zum Anmeldeportal. Die Teilnahme ist kostenlos. Versicherung ist Sache der Teilnehmenden. Du möchtest dich über Mittag bewegen, bevorzugst aber eine ruhigere Sportart? Beim Kanton St. Gallen gibt es noch weitere Mittagssportangebote wie zum Beispiel Yoga. Am besten informierst du dich bei deinem Departement über die Angebote.