Wenn ich jemandem erzähle, dass ich eine Lehre als Fachfrau Information und Dokumentation mache, wissen viele zuerst gar nicht, was das überhaupt ist. Erkläre ich dann aber, dass ich in einer Bibliothek arbeite, bekomme ich oft dieselbe Frage: «Ah, also verbringst du den ganzen Tag damit, Bücher zu versorgen und zu lesen?» Ganz so läuft es bei uns aber nicht ab.
Natürlich arbeite ich viel mit Büchern. Aber mein Alltag ist viel abwechslungsreicher, als einige denken. Ich bestelle zum Beispiel neue Bücher und erledige den Eingang: Ich klebe Strichcodes ein, scanne die Medien und bereite sie für die Ausleihe vor. Ausserdem unterstütze ich meine Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen bei der Verwaltung von Zeitschriften und beim Katalogisieren neuer Bücher. Dabei trage ich alle wichtigen Informationen in unser System ein. Während des Magazindienstes signiere und tagge ich verschiedenste Medien und sorge dafür, dass bestellte Medien vom Aussenlager in die Bibliothek Hauptpost für die Ausleihe geschickt werden.
Schliesslich kommen auch Aufgaben an der Theke hinzu, wo ich im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden stehe. Oft helfe ich dabei bei Recherchen oder bei Fragen zu unserer Ausleihe und unseren Angeboten. Besonders schön ist es, wenn man jemandem helfen kann, genau das zu finden, was er oder sie gesucht hat. Natürlich gehört auch zu meinen Aufgaben, die Bücher wieder zu versorgen, aber das passiert eher zwischendurch – und nicht, wie manche denken, den
ganzen Tag.
Gerade diese Mischung gefällt mir besonders gut. Es ist spannend, zwischen Computerarbeit, Kundinnen- und Kundenkontakt und praktischen Aufgaben abzuwechseln. Kein Tag ist gleich – und langweilig wird es wirklich nie.
Auch wenn das Klischee vom stillen Bücherwurm wohl nie ganz verschwinden wird, weiss ich heute: Mein Beruf bringt Abwechslung, Herausforderungen und jede Menge Neues mit sich. Und genau das macht ihn für mich richtig spannend.